Quarantäneende

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Strategien für ein fröhliches Überleben während einer Quarantäne ...mit Corona-krankem Mann, zwei Kindern und einem Baby

Teil 3

Vorbereitung auf die Freiheit

Was ich allen empfehlen kann, ist drei oder zwei Tage vor dem Quarantäneende, Vorbereitungen zu treffen. Denn wenn man erstmal „frei“ ist, dann will man einfach nicht mehr zu Hause sein und den Haushalt machen. Deshalb: alles erledigen und auch schon vorarbeiten – was erledigt werden muss. Ich habe geputzt, ich habe die Bettwäsche gewechselt und gewaschen, usw., nur, damit ich später nichts mehr machen muss. Und das war dann ein ganz wunderbares Geschenk an mich selbst.

 

Freiheit

Es war so ein wunderschönes, altbekanntes und doch neues Gefühl nach diesen zwei Wochen wieder draußen zu sein. Ich bin mit dem Kinderwagen den Gehsteig entlang gegangen, der Wind wehte um meine Ohren, meine Beine bewegten sich ganz leicht und in mir war ein Gefühl voller Schmetterlinge im Bauch und einer Wärmelampe über meinem Herzen. Ich konnte nicht aufhören zu lächeln und spürte den inneren Impuls der unbekannten Frau, die mir entgegenkam, um den Hals zu fallen und Freudentränen zu vergießen. Dem habe ich natürlich nicht nachgegeben.

Ich rannte ein Stück, ich hüpfte und versuchte den Moment in jede meiner Zellen zu saugen und dort abzuspeichern. Denn ich wusste, dass dieses Geschenk, ganz bald wieder selbstverständlich sein würde. Und ich hatte recht. Nach zwei Tagen fühlte es sich wieder normal an spazieren zu gehen. Aber ich werde immer wissen, dass es das nicht ist. Spazieren gehen zu können ist ein Geschenk.

 

Ich habe während unserer Quarantäne so viel gelernt. Das Wichtigste war wohl, dass wir als Familie eins sind. Wir harmonieren miteinander, wir sind gemeinsam stark.

Meine Horrorvorstellung war in der Realität so getragen von Liebe in uns und im Außen, dass es eigentlich auch eine gute Zeit war! Sehr fordernd, aber eben voller Wachstum und Geborgenheit.

 

Ich wünsche allen Familien ganz viel Gesundheit, Kraft, Kreativität, Unterstützung im Außen und Durchhaltevermögen in ihrem Mikrokosmos während einer Quarantäne.

Und so schließt sich dieses Kapitel. Hoffentlich für immer.