Morgenmuffelmonster

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:#ichÄrztin

Morgenroutine zum Glücklich sein

Part II von IV

Ich bin wahrhaftig kein Morgenmensch. Ich habe mein Leben lang lieber fünf Minuten länger geschlafen, als gemütlich irgendwohin zu kommen. Gerade rechtzeitig war für mich völlig ausreichend. Aber ich mag es auch nicht, wenn es mich – wie ein Oberarzt bei uns es nannte: „kalt erwischt“. Er meinte damit, wenn in den frühen Morgenstunden das Telefon klingelt und du noch vor dem Frühstück oder dem ersten Kaffee blutende PatientInnen versorgen musst.

Und mich erwischte es jeden einzelnen Tag kalt.

Bestimmt gibt es Kinder, die in der Früh aufstehen und dann alleine spielen gehen. Meine sind nicht so. Sie wollen kuscheln und dann haben sie Hunger und sie reden und wollen etwas von mir. Alle Morgenmuffel da draußen wissen, dass es körperlich weh tun kann, wenn man morgens angesprochen wird. Schlimm genug, wenn überhaupt jemand anwesend ist. Aber dann auch noch so viele Bedürfnisse zu erfüllen, noch bevor man überhaupt im Bad war, oje, das war für mich tatsächlich „kalt erwischt.“ Super, denn das war gleich mein erster Punkt auf der Grauslichkeitsgefühlsänderungsliste.

Deshalb wünschte ich mir also eine entspannte und fröhliche Morgensituation. Ich brauchte Ruhe, um mein inneres Morgenmuffelmonster zu beschwichtigen. Aber wie um alles in der Welt sollte ich das anstellen? Letztlich war es ganz einfach. Es folgen meine konkreten Umsetzungspunkte.

  1. Früher Aufstehen – ein Gamechanger

Ich habe den Schritt gewagt und meinen Wecker sehr, sehr früh gestellt. Auf 04:30 Uhr.   Bis 05:30 Uhr war ich somit alleine. Ich konnte in Ruhe duschen, mich fertig machen und habe während dem Frühstück in mein Journal geschrieben. Zeit alleine entspannt mich ungemein und ladet mich mit Kraft auf. Danach kann ich alles, egal was kommt, spielend schaukeln.

Ich war auch nicht extrem müde, denn mein Rhythmus war einfach nur verschoben. Ich bin während dieser Lebensphase einfach spätestens um 21:00 Uhr wieder schlafen gegangen.

  1. Journal schreiben

Was soll das denn bitte sein? Ein Journal ist ein positives Tagebuch, das jeden Tag mit den Fragen beginnt: Worauf möchte ich mich heute fokussieren? Was habe ich heute gelernt? Was war mein Erfolgserlebnis? Wofür bin ich dankbar?

Danach ist Platz für „to do’s“ oder anderes. Abends habe ich dann wieder da reingeschrieben. Dauert zwischen fünf und zehn Minuten und ist wirklich ein nettes Tool.

3. Handy aus

Eine Umstellung, die viel gebracht hat, war mein Smartphone morgens auszulassen. Wenn man als Erstes nach dem Aufwachen direkt in sein Handy glotzt, dann kann das ja gar nicht gut sein. Das sagt einem doch der logische Menschenverstand. Trotzdem tun es sicherlich fast alle. Dabei sollten wir doch erstmal in uns hineinfühlen, und spüren, wie es uns geht, bevor wir noch im Halbschlaf die ersten Nachrichten lesen und uns vom Außen bombardieren lassen!

Ich habe mir angewöhnt, es erst nach meinem Tagebuchschreiben aufzudrehen. Erst da war ich richtig wach und angekommen und wusste auch wie es mir geht und was ich von dem heutigen Tag will. Bitte versucht das unbedingt mal! Eine Bildschirmzeitsperre kann für Handyjunkies hilfreich sein.

4. Kinderzeit auskosten

Um halb sechs Uhr sind meine damals noch zwei kleinen Mäuse aufgestanden. Es gab in den über zwei Jahren meiner Ausbildung nur drei Tage, an denen ich sie wecken musste. Zum Glück – denn es hätte mir das Herz gebrochen sie so früh aus ihren kuscheligen Bettchen zu reißen. Da ich ja schon fertig war, satt und entspannt, konnte ich mich nun nur auf sie fokussieren. Die Kuschelzeiten habe ich mir ganz bewusst genommen. Denn kuscheln ladet die Kleinen mit Mamaenergie auf, dauert meist maximal fünf Minuten und spart mindestens zwanzig Minuten Zeit ein, weil sie danach viel besser gelaunt sind und weniger Trotzmomente haben. In meiner Phantasie haben sie die Liebe dann den ganzen Tag über spürbar in sich. Und auch mein Herz freut sich über diese exklusive Zeit. Dann gab es Frühstück für die beiden, Anziehen, Badezimmer und zack war es auch schon 06:30 Uhr und wir haben uns Richtung Kindergarten aufgemacht.

Und auf einmal, ganz leicht, so als wäre es niemals anders gewesen, war sie da, die entspannte und fröhliche Morgensituation.

Ob sie auch noch so entspannt weiterging, sobald wir das Haus verließen? Mehr darüber gibt’s im nächsten Teil der Serie „Morgenroutine zum Glücklich sein“.

Alles Liebe,

deine Sandra